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Donnerstag, 8. Juni 2017

Ab wann Alkohol dem Gehirn schadet

Ab wann Alkohol dem Gehirn schadet


Quelle:
https://www.welt.de/kmpkt/article165293504/Ab-wann-Alkohol-deinem-Gehirn-schadet.html

„Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.“ Besser wäre es aber. Denn eine neue Studie räumt auf mit dem Mythos, moderates Trinken sei nicht schlimm. Vor allem das Gehirn scheint darunter zu leiden.

Ein Glas am Abend schadet doch nicht? Rotwein soll sogar gesund sein? Von wegen!

Bereits im vergangenen Jahr stellten Wissenschaftler fest, dass schon kleine Mengen Alkohol zumindest nicht gesund für Herz und Kreislauf sind. Auch verlängert - wie gemeinhin gedacht - das Feierabend-Bier nicht das Leben. Nun tragen Forscher der University of Oxford und des University College London etwas zur Diskussion um moderates Trinken bei.
Sie haben das Gehirn genauer unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass auch wenig Alkohol schaden kann.

Wie die Forscher im Fachblatt „British Medical Journal“ erklären, haben sie dafür die Daten von 550 gesunden, nicht alkoholabhängigen Frauen und Männern mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren ausgewertet. Diese wurden über 30 Jahre lang regelmäßig hinsichtlich ihres Alkoholkonsums und ihrer kognitiven Leistungen untersucht. Am Ende der Studie machten die Forscher Bilder von den Gehirnen der Probanden per Magnetresonanztomographie. Dabei schauten sie besonders auf den Hippocampus - eine Gehirnregion, die vor allem für das Gedächtnis zuständig ist.

Nachdem die Wissenschaftler Einflussfaktoren wie Alter, Rauchen, sportliche Aktivität etc. berücksichtigt hatten, zeigte sich: Diejenigen, die mehr als 240 Gramm (300 Milliliter) Alkohol in der Woche zu sich nahmen, hatten das größte Risiko eines schrumpfenden Hippocampus.
Nervenzellen bauen sich also ab. Zudem schnitten diese Probanden bei Tests zum Sprachfluss schlechter ab.

Solche, die zwischen 112 und 168 Gramm (140 bis 210 Milliliter) Alkohol pro Woche tranken und damit noch zu den moderaten Trinkern zählten, hatten immerhin noch ein drei Mal so hohes Risiko im Vergleich zu Abstinenzlern.

Wer hingegen nur 56 Gramm (70 Milliliter) Alkohol in einer Woche konsumiert hatte, hatte gegenüber Nicht-Trinkern weder einen Vor- noch einen Nachteil.

Die Forscher betonen allerdings, dass es sich bei ihrer Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt. Ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gehirnschäden ist damit nicht wissenschaftlich bewiesen.

Jedoch schreibt der Neuropsychiater Killian A. Welch vom Royal Edinburgh Hospital in einem begleitenden Artikel:

„Die Ergebnisse stützen das Argument, dass Trinkgewohnheiten, die viele als normal betrachten, nachteilig für die Gesundheit sind. Mit dieser Studie wird es viel schwieriger, moderates Trinken zu rechtfertigen.“

( Alzheimer , alzheimer , Demenz , demenz )
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