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Samstag, 4. März 2017

Lissabon - Immer eine Reise wert ,-)

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Freitag, 3. März 2017

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Vitamin-D fuer alle

Effektiver Schutz: Vitamin-D-Nahrungszusätze könnten Millionen tödliche Infektionen verhindern


http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/effektiver-schutz-vitamin-d-nahrungszusaetze-koennten-millionen-toedliche-infektionenweltweit-verhindern-20170216219963

Viele Menschen in verschiedenen Ländern leiden unter Vitamin D-Mangel
Gerade in der kalten Jahreszeit versuchen sich die meisten Menschen vor Erkältungen und Grippe zu schützen. Forscher fanden jetzt heraus, dass ein Hinzufügen von Vitamin D zu verschiedenen Lebensmitteln bewirken würde, dass das Risiko von Erkältungen, Grippe und anderen gefährlichen Infektionen wie Lungenentzündung sinkt. So könnten jedes Jahr etliche Todesfälle vermieden werden.

Die Wissenschaftler der Queen Mary University of London stellten bei einer großen globalen Untersuchung fest, dass hinzugefügtes Vitamin D in Lebensmitteln Todesfälle und gefährliche Infektionen vermeiden kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“.
Vitamin D-Mangel kann zu vielen Erkrankungen führen. Mediziner untersuchten jetzt, ob eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D sinnvoll ist. (Bild: Janina Dierks/fotolia.com)

In den USA wird bereits Milch mit Vitamin D angereichert
Die meisten Menschen weisen zu niedrige Niveaus des sogenannten Sonnenschein-Vitamins Vitamin D auf. Macht es deswegen Sinn, Lebensmittel mit Vitamin D zu ergänzen, um so eine bessere Versorgung der Bevölkerung zu erreichen? In den USA wird beispielsweise bereits Milch mit Vitamin D angereichert.

Hängen viele Grippeerkrankungen im Winter mit Vitamin D-Mangel zusammen?
Die aktuelle Studie liefere überzeugende Beweise für die Vorteile einer Anreicherung mit Vitamin D, sagt Autor Professor Adrian Martineau von der Queen Mary University of London. Es gab bereits einige Studien, welche herauszufinden versuchten, ob der Anstieg der Erkältungen und Grippeerkrankungen im Winter teilweise auf einen Mangel an Sonnenlicht und Vitamin D zurückzuführen ist. Diese Untersuchungen hatten aber gemischte Ergebnisse, sagen die Mediziner.

Studie untersucht die Daten von etwa 11.000 Patienten
Die neue Untersuchung kann diese Frage beantworten, weil sie die Rohdaten aus 25 klinischen Studien mit rund 11.000 Patienten aus 14 Ländern neu analysiert und zusammengefasst hat, erklären die Autoren. Studien, die keinen besonderen Nutzen von Vitamin D festgestellt hatten, rieten den Menschen meist dazu, eine große einmalige Dosis von Vitamin D, anstatt regelmäßiger Ergänzungen einzunehmen, erläutern die Forscher.

Wöchentliche Einnahme von Vitamin D kann einen erheblichen Nutzen haben
Die neuen Resultate zeigen einen bedeutenden aber bescheidenen Nutzen für jeden Menschen, der täglich oder wöchentlich Vitamin D einnimmt. Es entsteht indes ein erheblicher Nutzen, wenn Menschen nur niedrige Niveaus von Vitamin D im Körper haben, sagen die Experten. Es kann verschiedene Gründe dafür geben, dass Menschen nur geringe Vitamin D-Werte aufweisen. Beispielsweise sind viele Betroffene nicht sehr viel draußen, schützen sich aus religiösen Gründen durch ihre Kleidung vor der Sonne oder haben eine dunkle Hautfarbe, welche weniger Vitamin D bei Sonnenlicht-Einstrahlung bildet, erläutern die Experten.

Wenig Lebensmittel enthalten Vitamin D
Es ist generell schwer, genug Vitamin D aus der Nahrung zu erhalten. Das Vitamin ist beispielsweise in fettem Fisch und Shiitake-Pilzen enthalten. Wenig andere Lebensmittel weisen ebenso hohe Vitamin-D-Gehalte auf, sagen die Forscher.

Vitamin D Einnahme kann Rate der Atemwegserkrankungen deutlich reduzieren
Durch eine regelmäßige Ergänzung mit Vitamin D halbiert sich die Rate der Atemwegserkrankungen bei Menschen mit den niedrigsten Vitamin D-Werten (unter 25 Nanomol pro Liter). Aber die Ergänzung reduziert auch das Risiko für Infektionen um zehn Prozent, unter den Betroffenen mit einem höheren Vitamin D-Spiegel, erläutern die Forscher.

Infektionen der Atemwege führen zu sehr vielen Krankschreibungen
Die Wissenschaftler berichten, dass respiratorische Infektionen wie Grippe, Bronchitis und Lungenentzündung viele Menschen betreffen. Über 70 Prozent der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs erkranken jedes Jahr an einer Infektion der Atemwege. Etwa 25 Prozent der Betroffenen gehen mit ihren Problemen zum Arzt. Diese gesundheitlichen Probleme sind der häufigste Grund für eine Untersuchung beim Arzt und anschließende Krankschreibungen, fügen die Forscher hinzu. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen erhalten am Ende ein Rezept für Antibiotika. Dies ist aber unangemessen, weil die Erkrankung in der Regel durch ein Virus verursacht wird.

Im Jahr 2013 verursachten Infektionen weltweit etwa 2,65 Millionen Tote
Infektionen sind verantwortlich für 300.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr in Großbritannien und etwa 38.000 Menschen sterben an den Folgen dieser Infektionen, sagen die Mediziner. Weltweit haben diese Infektionen schätzungsweise 2,65 Millionen Tote im Jahr 2013 verursacht. Eine tägliche oder wöchentliche Ergänzungen von Vitamin D würde bedeuten, dass etwa 3,25 Millionen weniger Menschen in Großbritannien eine Infektion der Atemwege pro Jahr erleiden.

Einführung von mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln würde vielen Menschen helfen
Eine Anreicherung mit Vitamin D kann eine stetige, geringe Aufnahme von Vitamin D bewirken. Dies kann den Vitamin D-Mangel in mehreren Ländern praktisch eliminieren, erklärt der Autor Professor Martineau. Durch die Veranschaulichung dieses neuen Vorteils von Vitamin D würden die Argumente für eine Einführung von mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln verstärkt.

In Großbritannien leiden viele Menschen unter Vitamin D-Mangel
Gerade in Großbritannien haben viele Menschen ein hohes Risiko für einen Mangel an Vitamin D. Die Beweise für die Wirkung von Ergänzungen mit Vitamin D gegen Atemwegsinfektionen könnten aus diesem Grund für Menschen mit Vitamin D-Mangel besonders wichtig sein, sagen die Experten.

Weitere Forschung ist nötig
Für die Knochengesundheit könnten noch höhere Dosen, als derzeit empfohlen, von Vitamin D erforderlich sein. Um dies herauszufinden werden weitere Studien benötigt, sagen die Wissenschaftler. Niedrige Niveaus von Vitamin D können beispielsweise die Knochenkrankheit Rachitis bei Kindern verursachen. (as)
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Schlaf & Gesundheit

„Wer lange schläft, ist nicht faul“

http://www.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/wie-schlaeft-man-richtig-die-wichtigsten-fakten-13203197.html?printPagedArticle=true
 
Für Kinder wäre es besser, erst gegen neun zur Schule zu gehen, und auch Erwachsene versündigen sich oft gegen ihre innere Uhr: Experte Peter Spork über die Probleme mit der Nachtruhe.

Herr Spork, wann sind Sie heute aufgestanden?

Um sieben Uhr.

Fühlen Sie sich ausgeschlafen?

Ich habe schulpflichtige Kinder, ich kann es mir nicht aussuchen.

Und wenn Sie es sich aussuchen dürften?

Würde ich nur auf meine innere Uhr hören, wäre sieben für mich zu früh.

Für viele Menschen beginnt der Tag um sieben Uhr, für manche noch früher. Handeln wir alle gegen unsere innere Uhr?

Fast alle. In Deutschland tendiert die Mehrzahl der Menschen, etwa zwei Drittel, in Richtung Eule. Nur etwa ein Drittel ist eher der Typ Lerche. Das heißt, hier leben deutlich mehr Spätaufsteher als Frühaufsteher. Lerchenhafte Typen sind morgens früh wach, abends früh müde. Eulen hingegen werden abends spät müde und morgens später wach. Ihr erstes Leistungshoch liegt am Mittag, das zweite nachmittags oder sogar abends. Das Schlafbedürfnis der Eulen ist übrigens nicht höher als das der Lerchen, sie schlafen später, aber nicht länger, wie der Begriff „Langschläfer“ unterstellt. Für den Durchschnitts-Deutschen sind unsere gängigen Arbeits- und Schulzeiten also zu früh. Darauf weisen wissenschaftliche Studien unisono hin.

Über diese wissenschaftlichen Erkenntnisse werden sich Schüler freuen, endlich ein Argument gegen das frühe Aufstehen.

Jugendliche bleiben nicht nachts so lange wach und morgens so lange im Bett, weil sie gegen die Eltern rebellieren wollen, sie werden schlicht nicht rechtzeitig müde beziehungsweise wach. Ihre innere Uhr tickt verzögert. Es hilft auch nichts, wenn sie früher ins Bett gehen, dann liegen sie wach und sind am nächsten Morgen trotzdem unausgeschlafen. Dass kleine Kinder und ältere Menschen eher lerchenhaft sind und Jugendliche sowie junge Erwachsene eulenhaft, ist uns biologisch vorgegeben, das können wir kaum beeinflussen. Ständig wird das Schulsystem reformiert, aber an so etwas Offensichtliches wie einen späteren Schulbeginn, der die Leistung der Schüler und vieler Lehrer steigern dürfte, denkt niemand.

Schüler könnten bessere Leistung bringen, wenn der Unterricht später beginnen würde?

Absolut. Die Forschung legt das zumindest für die älteren Schüler nahe. Grundschülern macht ein Unterrichtsbeginn um acht nicht so viel aus. Schüler werden erst in der Pubertät eulenhaft. Deshalb sollte die Schule ab der sechsten, siebten Klasse später beginnen. Konkret: Mittelstufe frühestens neun Uhr, Oberstufe frühestens zehn Uhr.

Und was ist mit den Eltern?

Auch die sollten seltener einen Wecker stellen müssen. Ich plädiere für individuellere Arbeitszeiten. Alle müssten dann arbeiten, wenn sie am leistungsfähigsten sind. Firmen könnten beispielsweise Kernarbeitszeiten von 11 bis 15 Uhr einführen. Den Rest kann sich jeder nach seiner inneren Uhr einteilen. Das Resultat wären gesündere, ausgeschlafenere und motiviertere Mitarbeiter, die sich Arbeit und Freizeit über mehrere Abschnitte am Tag verteilen und das Tageslicht besser nutzen könnten.

Wieso ist Tageslicht entscheidend?

Unser wichtigster Zeitgeber ist das Licht. Erst das helle Licht zeigt unserem Gehirn, dass Tag ist, dass wir wach sein sollen. Tageslicht synchronisiert unsere innere Uhr. Wer morgens und vormittags an die Luft geht, Sport treibt, zum Einkaufen oder zu Fuß zur Arbeit geht, statt sich im dunklen Büro zu verkriechen, signalisiert dem Körper: Wir haben Tag. Die innere Uhr, die ja bei den meisten hinterherhinkt, gibt dann Gas, wir werden aufgeweckter.

Es heißt doch immer: „Man kann sich an alles gewöhnen.“ Wenn man zwanzig Jahre lang morgens um acht Uhr auf der Arbeit sein muss, kann sich die innere Uhr nicht darauf einstellen?

Durch die Lichtinformationen kann sich der innere Rhythmus etwa um ein bis zwei Stunden verschieben. Aber nur, wenn man auch wirklich gezielt und immer wieder zu bestimmten Zeiten ans Licht geht. Jemand, der früh arbeitet, stellt sich leichter um, wenn er zuvor eine Lichtdusche nimmt und nicht etwa mit der dunklen U-Bahn fährt. So erreicht man eine gewisse Gewöhnung. Aber die reicht oft nicht aus. Viele Menschen leben zwanzig Jahre oder länger an jedem Werktag drei, vier Stunden vor ihrem biologischen Rhythmus. Das führt zwangsläufig zu chronischem Schlafmangel.

Man ist mal müde, das stimmt. Aber Ihrer Aussage nach müssten Massen von Menschen unter Schlafmangel leiden.

Das tun sie auch, aber wir haben kein Gefühl für Schlafmangel. Körper und Geist gewöhnen sich an die Unausgeschlafenheit, leiden jedoch zunehmend darunter. Wir werden unflexibel und reizbar, häufiger krank, weniger kreativ. Im schlimmsten Fall kann jahrelanger Schlafmangel zu Burnout oder Depression beitragen, ebenso erhöht er das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht.

Woran erkennt man chronischen Schlafmangel?

Ein typisches Beispiel: Menschen kommen am späten Nachmittag oder frühen Abend nach Hause, so zwischen 17 und 19 Uhr, setzen sich vor den Fernseher und schlafen sofort ein, weil die Anspannung abfällt. Der frühe Abend ist eigentlich eine Zeit, zu der ausgeschlafene Menschen gar nicht einnicken können. Wenn einem so etwas regelmäßig passiert, dann ist der unbewusste Schlafdruck sehr hoch. Auch wer ausgeprägte Mittagstiefs hat, sollte das als Warnsignal verstehen.

Iss gesund, mach Sport - das liest man überall. Aber: Schlafe mehr, leb nach deiner inneren Uhr - das liest man nicht. Warum?

In unserer Kultur ist tief verankert: Wer lange schläft, ist faul.

Und wer mit wenig Schlaf auskommt und sich damit schmückt, wie manche Politiker oder Manager, ist cool?

So sehen wir Europäer das. Bei Japanern beispielsweise ist das ganz anders. Da darf man auch tagsüber in Konferenzen schlafen. Das heißt dann „Anwesenheitsschlaf“. Er zeigt, dass man besonders viel leistet, vielleicht sogar nachts zuvor gearbeitet hat. Bei uns hingegen wird Schlafen immer als unproduktiver Zustand verstanden. Wer viel schläft, kann wenig leisten. Dabei sagt die Wissenschaft das Gegenteil: Nur wer ausreichend schläft, kann leistungsfähig sein. Das heißt nicht, dass jeder gleich viel Schlaf braucht. Sehr wenigen Menschen reichen fünf Stunden Schlaf. Problematisch ist, dass unsere Gesellschaft solche Menschen belohnt. Wer wenig schläft, hat in unserer Gesellschaft gute Chancen, erfolgreich zu sein. Unser Alltag kommt Lerchentypen, die zudem noch wenig Schlaf brauchen, entgegen. Sie sind schon in der Schule besser, da sie morgens leistungsfähiger sind.

In vielen Bereichen will uns die Politik Vorschriften machen. Genügend Schlaf ist da nie ein Thema.

Auf der einen Seite ist langes Schlafen bei uns verpönt. Auf der anderen Seite sind Schlafforschung und Chronobiologie, also die Lehre von den biologischen Uhren, relativ neue Forschungsgebiete. Erst in den vergangenen 20 Jahren wurde die Bedeutung von Schlaf und Tagesrhythmik entdeckt. Das ging für die Politik zu schnell. Wären wir als Gesellschaft aber wieder ausgeschlafener, würde das Probleme lösen, die wir bisher meist zu Unrecht anderen Ursachen zuordnen.

An welche denken Sie da?

An Nahrungsunverträglichkeiten oder Elektrosmog beispielsweise. Sie gelten oft als Auslöser für diffuses Unwohlsein oder Befindlichkeitsstörungen, die viele empfinden, ohne zu wissen, woher sie wirklich kommen. Hätten wir ein Sinnesorgan für Schlafmangel, würde es uns viele Antworten geben.

Aber wir haben auch kein Sinnesorgan für Elektrosmog.

Es gibt Messgeräte, die uns suggerieren, dass da so etwas wie Elektrosmog sei.

Wenn schon die Politik wenig für uns tut, was kann man selbst tun, um wieder im Einklang mit seiner inneren Uhr zu leben?

Allgemeingültige Ratschläge sind schwierig, da die innere Uhr sehr individuell tickt. In vielen Lebensbereichen legen wir auf Natürlichkeit Wert. Nur mit unserer Zeit gehen wir widernatürlich um. Wir wollen Leistung bringen, wenn der Körper Ruhe braucht, suchen das Licht, wenn es dunkel ist. Jeder kann darauf achten, dass er mehr Tageslicht tankt, um die innere Rhythmik zu stärken. Am späten Abend sollten helles Licht, der Blick auf den Computer oder das Smartphone hingegen tabu sein. Licht zögert den Zeitpunkt des Müdewerdens hinaus.

Der Blick aufs Handy bringt die innere Uhr durcheinander?

Die innere Zeitmessung reagiert besonders auf Licht, das einen hohen Anteil blauer Frequenzen hat, wie es auch in Monitoren gerne der Fall ist. Spätabends verzögert dieses Licht die Ausschüttung des Nachthormons Melatonin, was unsere innere Uhr zurückversetzt. Die Warnung vor dem Smartphone darf man aber nicht übertreiben. Vermutlich reicht es, das Licht herunterzudimmen. Wir sollten uns vor allem bewusstmachen, dass Licht überhaupt einen Einfluss hat.

Und Vielflieger sollten sich bewusstmachen, welchen Einfluss die Zeit in der Luft hat.

Sie sprechen Studien an, die gezeigt haben, dass bei Vielfliegern, die sich häufigen Jetlags aussetzen, die Gehirnmasse abnimmt. Ja, das stimmt, aber man muss bei der Bewertung vorsichtig sein. Bisher geht es um zwei Studien, das ist aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht viel. Bei einer der Studien wurden Berufsflieger, also Piloten und Flugbegleiter, untersucht. Extremfälle. Ob der Befund wirklich psychische Folgen hat, kann man nicht sagen. Dennoch sollte die Beobachtung Jetsettern eine Warnung sein, dass man die Bedürfnisse seiner inneren Uhr auf Dauer nicht schadlos ignorieren kann. Schlafdefizit, Nachtschichten und Zeitverschiebungen schaden unserer Gesundheit.

Das gilt auch für Schichtarbeit?

Ganz besonders sogar. Eine Modernisierung der Schichtarbeit ist dringend nötig. Die Chronobiologie macht hier gute Vorschläge. Außerdem müssen Schichtzulagen abgeschafft werden, Schichtarbeiter müssen besser entlohnt werden, damit sie auf Nacht- und Wochenenddienste nicht mehr angewiesen sind. Statt Schichtzulagen sollte es Freizeitausgleich geben.

Letzte Frage: Warum ist man umso müder, je länger man schläft?

Dafür gibt es zwei Erklärungen. Schläft man morgens im Alltag mal länger, kann es passieren, dass Blutdruck und Aufmerksamkeit schon wieder abgenommen haben, da der Körper ein früheres Aufstehen gewohnt ist. Es kann dann etwas dauern, bis wir wieder wach werden. Im Urlaub kann es daran liegen, dass unser Erregungssystem nicht so aktiv ist und wir ohne die permanente Anspannung einen besseren Zugang zu unserer Schlafregulation haben. So wird uns auf einmal deutlich, wie müde wir tatsächlich sind.

Buchempfehlung:

„Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft“ von Peter Spork ist im Hanser Verlag erschienen und kostet 18,90 Euro.
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Rueckenschule

Rückenschule mit Grönemeyer

http://www.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/medicus-dietrich-groenemeyer-hausbesuch-und-rueckenuebungen-13202815.html?printPagedArticle=true

Mediziner Dietrich Grönemeyer ist Autor zahlreicher Gesundheitsratgeber, Fernsehgesicht, Chef seines eigenen Instituts. Wie sieht er sich selbst und seinen Beruf? Ein Hausbesuch und zwei F.A.Z.-Videos mit anschaulichen Rückenübungen.

Es ist ein regnerischer Nachmittag. Ein Wetter, das dem ohnehin schon grauen Ruhrgebiet nicht schmeichelt. In der Trostlosigkeit zwischen den Betonbauten der Bochumer Universität fällt das helle, verglaste Gebäude deshalb besonders auf. In großen Buchstaben prangt am Eingang der Schriftzug „Grönemeyer-Institut“. Wie Preziosen in einer Glasvitrine eingeschlossen, begrüßen den Besucher hier auch all die Ratgeber des Hausherrn – Bücher über das Herz, den Rücken, gesundes Essen, richtige Lebensführung.

Lucia Schmidt Autorin: Lucia Schmidt, Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Folgen:

Wie es sich für viel gefragte Menschen gehört, hat Dietrich Grönemeyer nicht sofort Zeit für das vereinbarte Gespräch. Um die Zeit zu überbrücken und um zu zeigen, was das Institut alles bietet, lädt seine Assistentin zum Rundgang ein. Man läuft auf Holzböden vorbei an bunt gestrichenen Wänden, Pflanzen, Bildern und gemütlichen Sitzgelegenheiten, alles wohldurchdacht. In den Ecken und Gängen stehen Skulpturen. Sie stammen von „den Lieblingskünstlern des Professors“, erklärt die Assistentin, und die philosophischen Weisheiten, die an die Wand gepinselt sind, „mag der Professor besonders gerne“.

So nennen seine Mitarbeiter Grönemeyer oft nur: „den Professor“. Es klingt fast fade gegen die Superlative, welche die Öffentlichkeit seit Jahren schon für den Mediziner findet. War Dietrich Grönemeyer vor fünfundzwanzig Jahren schlicht Arzt und Wissenschaftler, dazu der große Bruder des prominenten Sängers aus dem Ruhrpott, lesen sich die Beschreibungen seiner Person heute wie Ritterschläge: Vordenker, Ernährungsberater, Bestsellerautor, erfolgreicher Unternehmer, Fernsehmoderator; demnächst kommt er auch noch ins Kino. In den Medien ist er der „Mediziner mit Leib und Seele“, der „bekannteste“, gar „berühmteste Arzt Deutschlands“, „der große Medicus“, für manche schlichtweg der „Medizin-Papst“.
Der Vater der Mikrotherapie

Neben seinem Namen, der seine Institute in Bochum und Berlin schmückt, steht stets der Slogan, die Medizin müsse den „Menschen“ in den „Mittelpunkt“ stellen. Es ist Grönemeyers Leitgedanke. Und tatsächlich: Möbel, Farben und viel natürliches Licht schaffen hier mehr Wohlfühlatmosphäre als das Neonlicht und der Linoleumboden vieler deutscher Arztpraxen. Im Kontrast zu der warmen Ansprache auf den Gängen steht die kühle, wuchtige Technik der Behandlungsräume; hier reihen sich die neuesten Computer- und Kernspintomographen aneinander, für die kühle Durchleuchtung des Körpers.

Solche Geräte kosten Geld – nicht wenig. Aber sie spülen auch so einiges in die Kassen. Radiologie ist ein teures und lukratives Fach. Grönemeyer ist Radiologe. Als junger Arzt wollte er zunächst Allgemeinmediziner werden, gar Landarzt. Dann aber ließ ihn seine Begeisterung für Technik nicht los. So wurde die Radiologie sein Fachgebiet. Genauer gesagt: die Mikrotherapie. Wieder in Superlativen gesprochen, ist er der „Vater der Mikrotherapie“. Er trieb sie voran und gründete den weltweit ersten Lehrstuhl dafür.

Für die Mikrotherapie braucht er die teuren Geräte: Durch die exakten Bilder der Computer- oder Kernspintomographen können Instrumente präzise gesteuert werden und dadurch an verschiedenen Körperstellen medikamentös Schmerzen gelindert oder mikroinvasive Eingriffe wie Bandscheiben- oder Hüftgelenksbehandlungen mit Instrumenten von 0,1 bis 2, 5 Millimeter Durchmesser durchgeführt werden. Meist ohne Vollnarkose und ambulant.
Markenkern: Medizin in Wohlfühlatmosphäre

Lange hat Grönemeyer mit diesem Verfahren nur Privatpatienten und Selbstzahler behandelt. Seit einigen Jahren hat er auch mit ein paar gesetzlichen Krankenkassen Sondervereinbarungen. Vorwürfe manch anderer Mediziner, seine Methoden seien zu wenig wissenschaftlich untermauert, weist er zurück. Auf die Kritik angesprochen, sagte er einmal, wer Innovationen vorantreiben wolle, der brauche breite Schultern. Die größten Gegner von Neuerungen seien oft die eigenen Kollegen.

Viel Ruhe bleibt an diesem Nachmittag nicht, die Raffinesse der bildgebenden Geräte zu verstehen. Denn Grönemeyers Assistentin schaut auf die Uhr, tippt auf ihrem Smartphone, telefoniert, tippt. Sie macht es spannend. Dann heißt es: „Nun hat der Professor Zeit.“ Es geht durch mehrere bunte Gänge zurück, vorbei an Sekretariaten und wartenden Patienten.

Anders als es die Entourage hat erwarten lassen, wirkt der Professor entspannt und heiter. Sympathischer Blick, offenes Lachen, freundliche Begrüßung. Grönemeyer trägt modische Jeans, fliederfarbenes Polohemd, randlose Brille; einzelne Strähnen seines dünnen hellen Haares fallen ihm in die Stirn. Sein Büro ist im Institut die Krone des Einrichtungskonzepts. Gelbliche Stehlampe, roter Schreibtisch, mit einer Obstschale dekoriert, Teeservice auf der Kommode, auf der Fensterbank Pflanzen und Kunst.
Grönemeyer: Der perfekte Mediziner?

Zu Grönemeyers Leben gehört die Kunst. Sie verbindet ihn mit seinen Geschwistern. Sein mittlerer Bruder Wilhelm war Künstler und Galerist. Sein jüngerer Bruder Herbert ist Musiker und Schauspieler. Für Grönemeyers Dietrich hat auch die Medizin viel mit Kunst zu tun. Bei der Arbeit eines Arztes gehe es um mehr als um angewandte Naturwissenschaft, erklärt er jetzt. Es sei das „Kunstwerk Leben“, mit dem sich Ärzte tagtäglich befassten. Jeder Mensch lebe und reagiere anders, sei eine individuelle Persönlichkeit.

Die „Heilkunst“ beherrscht ein Arzt für Grönemeyer vor allem, wenn es ihm gelingt, zuzuhören, Vertrauen zu schaffen, empathisch und menschlich zu sein. „Und“, so schließt er an, „ein individuelles Therapiekonzept für den Patienten zu entwickeln, das auf den Prinzipien ,Weniger ist mehr‘ und ,Von leicht nach schwer‘ fußt, mit einem integrativen Therapieansatz der Schulmedizin, Naturheilkunde und psychosomatischer Medizin.“

Dafür plädiert der Bochumer seit Jahren: für den Arzt, der bei Patienten die Einheit aus Körper, Seele und Geist sieht, der sich Zeit nimmt, der ehrlich gemeinte mitmenschliche Fürsorge betreibt, im interdisziplinären Team arbeitet und aus verschiedenen Sparten der Medizin die beste Behandlung auswählt. Rundum der perfekte Arzt.
Vorbildliche Ärzte: Eine Stunde Gespräch pro Patient

Wenn Grönemeyer von dem erzählt, was für ihn ärztliches Handeln ausmacht, oder wenn er seine Ideen für die Zukunft der Medizin erläutert, kneift er die Augen hinter den Brillengläsern leicht zusammen und legt die Stirn in kleine Falten. „Hier im Institut nehmen sich Ärzte für jeden Patienten bis zu einer Stunde Zeit für das Gespräch.“ Vorbildhaft, von dieser Haltung könnte sich manch ein Arzt eine Scheibe abschneiden.

Doch, so möchte man einwenden: Das kann sich kein Hausarzt mit vollem Wartezimmer erlauben. Die Philosophie der Grönemeyer-Medizin scheint an den Anforderungen des Alltags zahlreicher Mediziner schlichtweg vorbeizugehen. „Viel Zeit für das Gespräch kann sich ein Hausarzt leider wirklich nicht leisten“, gibt auch Grönemeyer zu. „Es gibt dafür keine finanziell ausreichende Gebühr.“ Diese fordere er seit langem öffentlich. Nur so könne Vertrauen entstehen.
Musical, Kinofilm, DVDs: Vermarktungsmaschinerie Medicus

Dass Grönemeyer sich dem Korsett der deutschen Gesundheitsökonomie weitgehend entziehen kann, liegt an seiner Begabung zur Selbstvermarktung. Er selbst mag das zwar nicht so stehenlassen. Das sei keine Vermarktung, sagt er. Er schreibe, um möglichst einfach und spannend Wissen zu vermitteln. Patient und Arzt sollten sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Das gehe aber nur, wenn beim Patienten auch Wissen vorhanden sei. Ebenda versuche er anzusetzen.

Kanäle hat Grönemeyer zahlreiche gefunden: ein gutes Dutzend Ratgeber, für Groß und Klein, DVDs, ein Spiel. Dazu kommen Fernsehauftritte, eigene Fernsehsendungen, Gesundheitsunterricht an Schulen, Zeitungsbeiträge. Einer seiner Verkaufsschlager ist „Der kleine Medicus“ – die Geschichte eines Jungen, der während diverser Abenteuerreisen die Geheimnisse des eigenen Körpers entdeckt und erklärt bekommt, was er tun kann, um gesund zu leben. Vom kleinen Medicus gibt es nicht nur Bücher zum Hören und Lesen, sondern mittlerweile auch ein Musical sowie ein Mitmach-Theater; am 30. Oktober kommt ein „Medicus“-3D-Animationsfilm in die Kinos.

Auch wenn er selbst die Eigenvermarktung bestreitet: Von außen darauf geschaut, ist Grönemeyer selbst natürlich eine Marke. Seinen bekannten Nachnamen bringt er praktisch in allem unter, was mit ihm zu tun hat: „Grönemeyer Kommunikation“, „Grönemeyer TV“, „Grönemeyer Shop“ die Liste setzt sich fort bis zur „Grönemeyer-Stiftung“ und schließlich bis zur „Grönemeyer Medizin“ – eine Bezeichnung, die er sich gleich markenrechtlich hat schützen lassen.
Grönemeyer will die Ärzteschaft verändern

Die Popularität ist, wenn man so will, die Belohnung für eine von Grönemeyers unbestreitbaren Stärken: Das Zuhören beherrscht er perfekt. Er geht auf sein Gegenüber ein und vermag es, Menschen für sich einzunehmen. Er ist verbindlich im persönlichen Kontakt, geduldig, authentisch und neugierig. Starallüren hat sich der dreifache Vater nicht angewöhnt – und wenn doch, kann er sie gut verstecken.

Nächsten Monat wird Grönemeyer 62. Geht es nach ihm und macht es seine Gesundheit mit, würde er mit klarem Verstand gerne 100 bis 120 Jahre alt werden. Was er noch vorhat? „Nach vorne gerichtet agieren“, „Bücher schreiben“, „Patienten behandeln“, „möglichst lange noch dabei sein“. Grönemeyer lacht, herzlich, glucksend, ansteckend, aber er lässt keinen Zweifel daran, ein Ende seiner Umtriebigkeit ist nicht in Sicht.

Schließlich treibt ihn der Wunsch, in Patientenversorgung und Gesundheitswesen etwas zu ändern, seit Beginn an. Als Kind war Grönemeyer häufig krank und hatte höllische Angst vor Ärzten. „Zwei meiner Tanten waren Ärztinnen, eine schulmedizinisch, eine naturheilkundlich orientiert. Dazu hatte ich eine überängstliche Mutter. Die drei haben mich bei jedem Hüsteln zum Arzt geschickt.“ Damals konnten Kinder noch so sehr schreien, untersucht und Blut abgenommen wurde trotzdem, erinnert er sich. Das habe ihn wohl ängstlich gemacht. Als er dann als junger Erwachsener starke Schmerzen wegen einer Nasenoperation aushalten musste, stand sein Entschluss fest: Ich werde Arzt, und ich werde meine Patienten anders behandeln.
Tod des Bruders als einschneidendes Erlebnis

Neben der Medizin spielt auch der Glaube in seinem Leben eine wichtige Rolle. Grönemeyer ist überzeugter Christ. Er ist evangelisch erzogen. In jungen Jahren wollte er Pastor werden. Er ist sich sicher, dass „das Leben eines jeden Einzelnen einen Sinn hat, den wir möglicherweise nie verstehen werden“. Zu wissen, dass er Teil eines Ganzen ist, gebe ihm Kraft und mache es ihm leichter, dankbar leben und medizinisch handeln zu können.

Dass es einen Schöpfer geben muss, sei ihm besonders am Grab seines Bruders Wilhelm bewusstgeworden. Der starb 1998 mit vierundvierzig Jahren an Blutkrebs. Dietrich und auch sein Bruder Herbert hatten sich zur Knochenmarksspende zur Verfügung gestellt. Zusammen mit Wilhelm, so erzählt Dietrich Grönemeyer, habe er die notwendigen Therapien besprochen und entschieden; er habe den Bruder beraten, auch gepflegt und begleitet bis zum Tod.

Doch am Sarg sei ihm klargeworden: „Am Ende entscheiden nicht wir, wann wir gehen und auch nicht, wann wir auf die Erde kommen.“ Während er vom Abschied seines Bruders erzählt, liegen seine Hände ruhig auf dem Schreibtisch; er gestikuliert nicht, wie es sonst seine Art ist, wenn er fordert oder ermahnt.
„Mein Bruder ist in meinen Armen gestorben.“

Es habe ihm viel bedeutet, dass er vor dem Tod seines Bruders oft und lange mit ihm über die Frage gesprochen habe, was nach dem Tod kommt. Als Wilhelm schließlich „in eine andere Welt ging, von der keiner weiß, wo sie ist“, war Dietrich Grönemeyer dabei, auf der Intensivstation. „Mein Bruder ist in meinen Armen gestorben.“

Stille. Grönemeyer richtet sich in seinem Schreibtischstuhl auf und sagt: „Ärzte sollten sich viel mehr mit ethischen und philosophischen Fragen auseinandersetzen. Die können wir nicht auf Psychologen und Kirchen abwälzen. Ärzte müssen auch Seelsorger sein und dafür ausgebildet werden.“

Grönemeyer wäre nicht, was er heute ist, wenn er mit seinen persönlichen Erfahrungen nicht auch Forderungen an den eigenen Berufsstand verbinden würde. Was er von seinen Kollegen ebenfalls noch verlangt: „Ärzte müssen viel mehr darüber reden, was ihre besonderen Fähigkeiten sind, worauf sie spezialisiert sind und was sie leisten. Leider ist das hierzulande nicht üblich.“ Er würde sich wünschen, dass Ärzte sich mehr für die Prävention von Krankheiten einsetzten, zum Beispiel indem sie Schüler über gesundes Verhalten aufklären.
Grönemeyer: Arzt und Unternehmer

Dass er Ratschläge verteile, die er selbst nicht beherzigt, kann man Grönemeyer nicht vorwerfen. Er redet viel, sehr viel darüber, was er macht, was er anstößt, besonders gerne in der Öffentlichkeit, möglichst medienwirksam, bedacht auf seine Wirkung. Seine Promotion-Tour zum ersten Film mit dem „Kleinen Medicus“ hat gerade erst begonnen, und auch darüber redet er natürlich. Er stößt sich mit seinem Stuhl zurück und klappt den Laptop auf. Darauf zu sehen ist das MRT-Bild einer Wirbelsäule. In wenigen Worten erklärt er, woran der Patient leidet. Dann klickt er auf die Computer-Maus. Auf dem Bildschirm erscheint der Trailer zum Film.

Arzt zu sein und Unternehmer zu sein, das liegt für Grönemeyer offenbar wie selbstverständlich nur einen Maus-Klick auseinander. Er hat einen Blick für den Zeitgeist, der Erfolg seiner Bücher beweist es. Das alles kann ihm keiner seiner kritischen Kollegen übelnehmen. Und Deutschland kann angesichts der steigenden Zahl an Zivilisationskrankheiten Aufklärung über gesundes Leben gebrauchen.
Aufmerksamkeit für den Popstar der Medizin

Die arbeitsteilige Gesellschaft hat Grönemeyer die Planstelle für den öffentlichen Mediziner, Kategorie ernsthaft, übertragen, Eckart von Hirschhausen jene für den Mediziner als Spaßvogel. Grönemeyer jedenfalls füllt seine Stelle aus.

Dass er damit aber manchen schiefen Blick von Kollegen auf sich zieht, die nach vierzehn Stunden Arbeit noch immer Patienten mit Kopfweh, Grippe und anderen Banalitäten im Wartezimmer sitzen haben, verwundert nicht. Grönemeyer fordert aus einer privilegierten Situation heraus, die er sich selbst clever erarbeitet hat und über die er Sätze sagt wie: „Jedem steht offen, zu schreiben oder Vorträge zu halten“, die aber auch weit weg ist von der Arbeitsbelastung und der Realität vieler Ärzte.

Vor zehn Jahren sagte Grönemeyer mal in einem Interview: „Gute Ärzte, Wissenschaftler und Forscher sollten mindestens die Aufmerksamkeit bekommen wie die heutigen Popstars.“ Sich selbst zumindest hat er diesen Wunsch erfüllt.
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Mittwoch, 1. März 2017

Steinzeiternaehrung - Evolutionsmedizin


https://www.google.de/amp/m.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/wie-man-krankheiten-verhindert-detlev-ganten-im-gespraech-13216966.amp.html

Evolutionsmedizin - „Der Mensch hat mehr Einfluss auf die Gesundheit, als er meint“

Obst essen und ein Spaziergang – reicht das, um gesund zu bleiben? Ein Gespräch mit Evolutionsmediziner Detlev Ganten über Zivilisationskrankheiten, ihre Prävention und unsere Biologie aus der Steinzeit
03.11.2014

Die Kluft zwischen alter Biologie und modernen Lebensbedingungen ist verantwortlich für viele Krankheiten.

Guten Morgen, Herr Professor Ganten, was haben Sie heute schon getan, um sich lästige Zivilisationskrankheiten vom Leib zu halten?

Ich bin wie immer um 6 Uhr 30 aufgestanden, dann habe ich einen Spaziergang gemacht und gefrühstückt: Joghurt mit frischem Obst und einen Kaffee dazu. Das war es aber auch schon.

In Ihrem neuen Buch raten Sie den Lesern unter anderem, Obst und Gemüse zu essen, sich ausreichend zu bewegen und genügend zu schlafen. Es gibt schon viele Ratgeber mit genau diesen Tipps. Warum noch einer?

Zu einem gesunden Leben gehören die üblichen Ratschläge: Übergewicht vermeiden, nicht rauchen, wenig Alkohol. Mit diesen Empfehlungen brechen wir nicht. Allerdings gehen wir darüber hinaus: Das Buch handelt vom Menschen mit seiner wahnsinnig langen Geschichte, denn er trägt die gesamte Entwicklung der Evolution in sich. Die Kenntnis der komplexen Zusammenhänge von Biologie, Umwelt und Verhalten ermöglicht, Ratschläge in ein intellektuelles Gerüst einzupassen. Dann sind sie nicht einfach moralische Keule, sondern werden wirklich verständlich. Das hoffe ich jedenfalls.

Aber wir sind doch ohnehin schon ganz besessen von der Gesundheit: Wir gehen ins Fitness-Studio, kaufen Bio, neueste Technik überwacht ständig unseren Puls. Bücher zum Thema lesen wir auch noch. Wenn wir krank werden, denken wir, es ist unsere Schuld. Das ist doch schrecklich.

Jedes Extrem ist schlimm. Ein Gesundheitsdiktat ist eine Katastrophe, Zwanghaftigkeit auch. Umgang mit Verlockungen ist Teil des Lebens. Mal über die Stränge zu schlagen ist notwendig, um Grenzen auszuloten. Das gilt auch für das Gesundheitsverhalten, Sünde gehört dazu: Nicht nur Muskulatur und Gehirn wachsen mit ihren Aufgaben, sondern auch die Leber. Es wäre ein großer Fehler, sich in ein furchtbar enges Korsett zu zwängen. Wir erlassen deshalb keine Vorschriften, sondern haben ein Bildungsbuch geschrieben mit einem Schwerpunkt Gesundheit.

Sie argumentieren, dass die Menschen in Deutschland niemals zuvor länger und gesünder lebten als heute. Warum sehen Sie dennoch Handlungsbedarf?

Man könnte sagen: Uns Deutschen geht es bestens, wir konzentrieren uns jetzt darauf, Südamerika, Asien und Afrika zu helfen. Im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit wäre das ein sinnvolles Argument. Ich plädiere dafür, dass wir uns humanitär im Ausland engagieren. Aber auch bei uns gibt es zu tun: Die Universitätskliniken sind unterfinanziert, die Ärzte komplett überlastet, den Patienten fehlt es an Zuwendung. Die Behandlungskosten steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Wir müssen deshalb über eine neue Medizin nachdenken und noch stärker präventiv tätig werden.

Am Bauplan des Menschen, schreiben Sie, sei nichts verkehrt. Warum werden wir dann trotzdem krank?

Der Bauplan ist schon Milliarden Jahre alt. Das Gehirn, das Herz-Kreislauf-System und das muskulo-skelettale System funktionieren in ihren Grundfunktionen immer noch so wie bei den ersten Fischen. Einschneidende biologische Änderungen haben sich dann noch ergeben mit dem aufrechten Gang und mit der Entwicklung des Homo sapiens vor vier Millionen Jahren, der letzte Entwicklungsschub kam vor etwa 100.000 Jahren.

Die alten Patente sind erhalten geblieben aus einer Zeit, die von Jagd und Kampf geprägt war, aber wir leben heute unter völlig anderen Bedingungen. Vorhin im Hotel habe ich mein fertig geschnittenes Obst aus dem Regal geholt, seither sitze ich - erst in einer Konferenz, jetzt am Telefon. Die Kluft zwischen der alten Biologie und den modernen Lebensbedingungen ist maßgeblich verantwortlich für die Zivilisationskrankheiten.

Und diese Kluft lässt sich mit Obst, Joghurt und einem Spaziergang überwinden?

Daran allein kann man das natürlich nicht festmachen. Es sind Reaktionsketten, die ineinandergreifen. Mit Obst zum Frühstück und Bewegung lässt sich beispielsweise Übergewicht reduzieren, was wiederum den Blutdruck senkt. Ein niedriger Blutdruck mindert das Risiko etlicher Erkrankungen.

Gesundheit resultiert Ihnen zufolge aus dem Zusammenspiel von Genen, Umwelt und menschlichem Verhalten. Wie viel hat der Mensch tatsächlich in der Hand?

Er hat mehr Einfluss auf seine Gesundheit, als er meint. Die Biologie ist uns zwar in die Wiege gelegt, aber was vorhanden ist, können wir entweder nutzen und ausbauen oder brach liegen lassen. Wer sich bewegt, hält Muskeln und Knochen gesund. Wer früh ein Instrument spielt, schult sein Gehirn. Aus der genetischen Information kann man etwas machen. Die Umwelt ist zunehmend vom Menschen beeinflusst - leider meistens nicht im Sinne unserer Gesundheit; heute lebt jeder Zweite in einem urbanisierten Umfeld. Über unser individuelles Verhalten reagieren wir mit unserer Biologie auf die Anforderungen der Umwelt. Diese Formel bildet die Ganzheitlichkeit ab, die über unsere Gesundheit entscheidet.

Wo endet der menschliche Einflussbereich?

Evolutionär betrachtet, liegen die Grenzen dort, wo die Reproduktion aufhört. Der Mensch ist aus dieser Sicht nicht optimiert dafür, möglichst lange und gesund zu leben, sondern seine Aufgabe besteht darin, zu überleben und sich zu reproduzieren. Das Alter liegt im toten Winkel der Evolution.

Aber der Mensch ist doch auch vorher schon in manchen Fällen machtlos.

Es gibt Krankheiten, bei denen er keine Chance hat, vorbeugend einzugreifen. Dazu zählen die Huntington-Krankheit oder Mukoviszidose. Auch gegen multiple Sklerose, Alzheimer und Parkinson lässt sich im Vorfeld kaum etwas machen. Anders die Zivilisationskrankheiten: Herzinfarkt, Arteriosklerose oder Hirnschlag stehen in engem Zusammenhang mit dem Blutdruck. Je niedriger er ist, desto geringer das Erkrankungsrisiko. Ähnliches gilt für den Blutzucker. Altersdiabetes ist fast immer Folge von Übergewicht. Als es in der Nachkriegszeit wenig zu essen und schon gar keine Industrienahrungsmittel gab, gab es keinen Diabetes. Diese und andere Zivilisationskrankheiten machen 80 bis 90 Prozent aller Krankheiten aus. Da ist es doch tröstlich, dass sie nicht einfach unser Schicksal sind.

Die Fragen stellte Julia Lauer.


Der Mediziner und der Weltgesundheitsgipfel Detlev Ganten (Jg. 1941) ist Molekularmediziner und Pharmakologe.

Ein Schwerpunkt seiner Forschung war der Blutdruck. Er war bis 2008 Vorstandsvorsitzender der Charité in Berlin und ist heute Präsident des Weltgesundheitsgipfels. Dieser „6. World Health Summit“ beginnt heute in Berlin und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Bis zum 22. Oktober treffen sich Akteure aus dem internationalen Gesundheitswesen im Auswärtigen Amt in Berlin, um über Themen wie die Ebola-Epidemie, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit oder die Gesundheitsprävention in „Megacities“ zu diskutieren.

Detlev Ganten, Jochen Niehaus, „Die Gesundheitsformel. Die großen Zivilisationskrankheiten verstehen und verhindern“, Knaus München 2014, 480 Seiten, 19,99 Euro.
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Dienstag, 28. Februar 2017

Eine spezielle Diät ermöglicht Regeneration der Bauchspeicheldrüse

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/sensation-eine-spezielle-diaet-ermoeglicht-regeneration-der-bauchspeicheldruese-20170227220946

 

Sensation: Eine spezielle Diät ermöglicht Regeneration der Bauchspeicheldrüse

 

Die sogenannte Fasting-Mimicking-Diät hilft der Bauchspeicheldrüse sich zu regenerieren. Vielleicht wird es dadurch bald möglich sein, dass Diabetes komplett rückgängig gemacht werden kann. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

 

Macht eine Fasting-Mimicking-Diät sogar Diabetes rückgängig?

Ist es möglich, dass eine spezielle Form von Fasten dabei hilft, die Bauchspeicheldrüse zu regenerieren? Forscher fanden jetzt heraus, dass eine Fasting-Mimicking-Diät tatsächlich zu einer Regeneration der Bauchspeicheldrüse führen kann und möglicherweise sogar Diabetes rückgängig macht.

 

Die Wissenschaftler der University of Southern California stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass spezielles Fasten dazu beitragen kann, dass sich die menschliche Bauchspeicheldrüse regeneriert und sich dadurch möglicherweise sogar Diabetes rückgängig machen lässt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Cell“.

 

Forscher modifizieren die Fasting-Mimicking-Diät

Eine spezielle Diätform versucht die Vorteile des Fastens ohne dessen Risiken zu vereinigen. Forscher untersuchten jetzt die Auswirkungen einer modifizierten Version der sogenannten Fasting-Mimicking-Diät (FMD) auf Mäuse, aber auch auf menschliche Zellen.

 

Erste Erfolge bei Mäusen erzielt

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass Zyklen dieser Ernährungsform Pankreaszellen regenerieren können und zur Wiederherstellung von Insulin bei Typ-1-Diabetespatienten führen. So könnte eventuell Typ 1-Diabetes und auch Typ 2-Diabetes bei Mäusen umgekehrt werden, sagen die Experten. Im Gegensatz zu Typ 2-Diabetes ist Typ 1-Diabetes eine sogenannte autoimmune Erkrankung. Bei Patienten mit Typ 1-Diabetes stoppt die Bauchspeicheldrüse die Herstellung von Insulin.

 

Spezielle Ernährungsform hilft bei der Regeneration von Organen

Die Fasting-Mimicking-Diät könnte auch dabei helfen, andere Organe zu regenerieren, weil Untersuchungen ähnliche Effekte für Blutzellen gezeigt haben, erklärt Autor Dr. Valter Longo. Die Ergebnisse weisen laut Aussage des Experten darauf hin, dass spezielle Diäten mit sehr spezifischen Kompositionen zu Regenerationsprozessen bei Mäusen und möglicherweise auch bei Menschen führen können.

 

Auswirkungen von modifizierter FMD

Unter Berücksichtigung der Herausforderungen und Nebenwirkungen des Fastens beim Menschen entwickelten Dr. Longo und sein Team eine modifizierte kalorienarme, fettarme Ernährung mit wenig Protein und Kohlenhydraten. Diese Ernährung verursacht Veränderungen in den Konzentrationen von spezifischen Wachstumsfaktoren, Glukose und Keton-Körpern. Zusätzlich reduziert sie die Blutzuckerwerte bei vor-diabetischen Patienten, erklären die Mediziner. Wenn Mäuse eine solche Ernährung erhielten, verbesserte sich dadurch die Glukose- und Insulintoleranz.

 

FMD programmiert Zellen und Beta-Zellen um

Die Bauchspeicheldrüse hilft normalerweise den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Die Regeneration der Bauchspeicheldrüse kann dazu führen, dass sich die Symptome von Diabetes umkehren, erläutern die Forscher. Zyklen der sogenannten Fasting-Mimicking-Diät helfen der Bauchspeicheldrüse, sich zu regenerieren, indem sie Zellen in Beta-Zellen umprogrammieren. Diese produzieren dann Insulin. Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind sehr interessant, weil Pankreas-Zellen sich normalerweise nur mit einer extrem niedrigen Rate in der erwachsenen Bauchspeicheldrüse replizieren und eine Geweberegeneration selten auftritt, sagen die Mediziner.

 

Spezielle Ernährung stellt bei Mäusen die reduzierte Insulinresistenz wieder her

Die FMD-Zyklen retteten die Mäuse aus dem Spätstadium von Typ-2-Diabetes, weil sie die Insulinsekretion und die reduzierte Insulinresistenz wiederhergestellt haben, erklären die Experten. Dies führte zu einer signifikanten Verbesserung des Überlebens der Mäuse, berichten die Studienautoren weiter. (as)

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Donnerstag, 23. Februar 2017

Studie: Diese neue Behandlung könnte Alzheimer heilen

http://www.huffingtonpost.de/2016/06/30/alzheimer-bheandlung-studie_n_10714134.html

 

Studie: Diese neue Behandlung könnte Alzheimer heilen

The Huffington Post  |  von Lisa Mayerhofer

 

Veröffentlicht: 30/06/2016 15:13 CEST Aktualisiert: 30/06/2016 18:26 CEST

 

Alzheimer galt bislang als unheilbar - jetzt schürt eine neue Studie Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte. Forscher der University of California untersuchten zusammen mit dem Buck Institute for Research on Aging einen Weg, Alzheimer rückgängig zu machen.

 

Alzheimer ist eine Gehirnstörung, die dazu führt, dass der Betroffene im Laufe der Erkrankung dement wird. Alzheimer ist für etwa 60 Prozent der weltweit 24 Millionen Demenz-Erkrankungen verantwortlich.

 

Die Forscher um Professor Dale Bredesen von der University of California hatten für die Studie 10 Teilnehmer mit Alzheimer-Erkrankung im Anfangsstadium intensiv betreut und für jeden individuell einen Betreuungsplan entwickelt. Dieser Plan enthält 36 Punkte mit genauen Ernährungsvorgaben, kognitivem Training und unterschiedlichen Dosierungen von Medikamenten und Vitaminen. Auch achteten die Wissenschaftler darauf, dass die Teilnehmer sich weniger Stress aussetzten und etwa acht Stunden pro Tag schliefen.

 

Die Wissenschaftler verkünden stolz in einem Statement, dass die Patienten nach monatelanger Therapie Fortschritte gemacht und verlorene Fähigkeiten wiedererlangt hätten: "Patienten, die aufgrund der Erkrankung ihre Arbeit aufgegeben haben, konnten wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren - und jene, die Probleme im Job hatten, konnten ihre Leistung verbessern." Eine 49-jährige Teilnehmerin hatte beispielsweise laut Forscher während der Therapie wieder angefangen, Fremdsprachen zu sprechen - obwohl sie zu Beginn der Therapie sprachlich eingeschränkt war.

 

Alle bis auf einen Patienten tragen ein bestimmtes Gen

 

Alle bis auf einen Patienten haben dabei eine Gemeinsamkeit: Sie sind Träger des Gens APOE4. Dadurch haben sie ein stark erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Dieses Wissen half den Ärzten bisher nicht viel, da sie die Erkrankung weder verhindern noch therapieren konnten.

 

Das könnte sich nun nach Meinung von Dale Bredesen, dem Leiter der Studie, ändern. Er schlägt vor, dass Träger dieses Gens ein Präventionsprogramm ähnlich dem 36-Punkte-Plan beginnen sollten.

 

Den Erfolg seiner 36-Punkte-Therapie erklärt er in dem Statement so: "Stellen Sie sich die Krankheit als ein Dach mit 36 Löchern vor und Ihr Medikament hilft, ein Loch zu stopfen. Das Medikament wirkt, aber Sie haben immer noch 35 andere Löcher, also hält es den Erkrankungsprozess nicht auf."

 

Bisher verschrieben Ärzte bei Alzheimer verschiedene Medikamente und legten dem Patienten darüber hinaus ans Herz, nichtmedikamentöse Behandlungen wie kognitives Training und Psychotherapie zu beginnen. Allerdings ist eine so intensive und individuelle Betreuung mit Ernährungsplan und Stressreduzierung wie in der Studie von Bredesens Team selten.

 

Die Forscher brauchen noch mehr Ergebnisse, um ihre Befunde untermauern zu können

 

Bredesen gibt aber auch zu, dass noch mehr getan werden muss, um die Ergebnisse wissenschaftlich weiter verwerten zu können: "Dieser Therapieerfolg bei unseren zehn Patienten ist beispiellos, wir brauchen aber mehr Beweise, um feststellen zu können, ob unsere Therapie wirklich so effektiv in der Bekämpfung von Alzheimer ist."

 

Andere Wissenschaftler begrüßten die positiven Ergebnisse, äußerten aber aufgrund der kleinen Teilnehmeranzahl Kritik: James E. Galin, Professor für Biomedizin an der Florida Atlantic University, meinte gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender "CBS": "Es ist wichtig, dass man diesen Weg weiter verfolgt. Aber ich bin mir bei der Methodik unsicher."

 

Bredesen will nun weitere Beweise dafür sammeln, dass sein 36-Punkte-Therapie bei der Bekämpfung von Alzheimer helfen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen -- best regards

Volker Gueldenpfennig

consolut international ag – Ebnatstrasse 65c – CH-8200 Schaffhausen
fon: +49 621 3383 331 – fax: +41 525 338332
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